Amphibienschutz Oetwil am See
Neues Amphibienleitsystem an der Kreuzlenstrasse ab 2026
In niedrigen Lagen wandern in milden, feuchten Nächten ab Mitte Februar während etwa sechs Wochen die sog. «Frühlaicher» wie Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche aus ihren Winterquartieren im Wald zu ihren Laichgewässern, wo sie selbst geboren wurden, um sich dort fortzupflanzen. Führt dieser Weg über eine viel befahrene Strasse, werden sie oft zu Tausenden überfahren; weitere Gefahr droht ihnen bei der Rückwanderung in ihre Landlebensräume einige Wochen später, sowie den Jungtieren, die im Sommer aus den Gewässern in ihre Sommerlebensräume wandern.
Eine wichtige, stark frequentiere Amphibien-Zugstelle ist die Kreuzlenstrasse in Oetwil am See, oberhalb des Schützenhausweihers. Von 2009 bis 2025 wurde hier von der kantonalen Fachstelle Naturschutz ab Mitte Februar ein ca. 260 Meter langer Amphibien-Zaun mit mehreren eingelassenen Eimern aufgestellt, in welche die Tiere hineinfallen. Viele Jahre trugen Mitglieder des NVMU während sechs bis acht Wochen die Tiere frühmorgens über die Strasse, um ihnen eine gefahrlose Erreichung ihres Laichgewässers zu ermöglichen. Es waren jeweils bis zu 4000 Tiere pro Zugsaison!
Von Juni bis November 2025 wurde die Kreuzlenstrasse im Auftrag des kantonalen Tiefbauamts saniert und dabei ein Amphibienleitsystem mit sechs tiergerechten Unterführungen eingebaut, da der Schützenhausweiher ein wichtiges Laichgewässer für Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche darstellt. Die Durchgänge helfen auch anderen Kleintieren, wie Feuersalamander, verschiedenen Reptilien, Mäusen und anderen kleinen Säugetieren ihre jeweiligen Lebensräume gefahrlos zu erreichen.
Nicht ideal bleibt die Situation für die wandernden Amphibien über die Winterhaldenstrasse, die vom Türli bis nach Oberchrüzlen durch den Wald führt.
Hier konnten wir seit Frühjahr 2024 während den Monaten Februar und März eine temporäre, nächtliche Sperrung für den Autoverkehr durchführen lassen, was vielen Amphibien das Leben gerettet hat. Das findet auch im Frühjahr 2026 wieder statt. Am Abend vor der Sperrung (19.30 bis 6.00) verlieren dort aber immer noch einige Tiere ihr Leben.
Meiden Sie wenn möglich diese Strasse abends im Februar und März, vielen Dank!
Georgina Brandenberger
Co-Präsidentin NVMU
Erdkrötenpaar Foto: G. Brandenberger
Bergmolche Foto: G. Brandenberger